„Wohlige Schauer des Grauens“: Geisterfilme im Japanischen Kulturinstitut

Heute beginnt im Japanischen Kulturinstitut Köln die Filmreihe „Wohlige Schauer des Grauens“ mit Mizoguchi Kenjis UGETSU MONOGATARI. Bis zum 25. Juli werden zehn klassische japanische Horrorfilme gezeigt, der Schwerpunkt liegt auf Werken der 50er- und 60er Jahre.

Die Reihe findet in Zusammenarbeit mit der Nippon Connection statt, in deren Retrospektive in diesem Jahr ebenfalls klassische Geisterfilme im Deutschen Filmmuseum gezeigt wurden. Die Filmreihe im Kulturinstitut unterscheidet sich jedoch in einigen Titeln. So sind in Köln Kinugasa Teinosukes GATE OF HELL sowie das Spätwerk THE LIVING KOHEIJI von Nakagawa Nobuo aus dem Jahr 1982 zu sehen. Nicht in Köln gezeigt wird jedoch Kinoshita Keisuges zweiteilige THE YOTSUYA GHOST STORY.

Das komplette Programm und alle Spielzeiten gibt es auf den Seiten des Japanischen Kulturinstituts. Dort heißt es zur Reihe:

In der Edo-Zeit (1603-1868) gab es ein beliebtes Gesellschaftsspiel namens „Hundert Geschichten“ (Hyaku monogatari), bei dem man sich gegenseitig gruselige Begebenheiten erzählte. Nach jeder erzählten Geschichte wurde ein Licht gelöscht, bis man am Ende bei Dunkelheit mit dem Erscheinen eines Geistes rechnete. Diese Geschichten werden im Japanischen mit dem Begriff kaidan bezeichnet, der sich aus den Schriftzeichen für „unheimlich, außergewöhnlich“ (kai) und „Gespräch, Unterhaltung“ (dan) zusammensetzt. Sie drehten sich zumeist um Liebe, Eifersucht und Mord und führten die Zuhörer in eine übersinnliche Welt, in der Tote als ruhelose Geister in die Welt der Lebenden zurückkehrten.

Kaidan wurden in der Bildenden Kunst dargestellt und für das Theater adaptiert, bilden aber auch ein eigenes Genre in der Geschichte des japanischen Kinos. Die Filmreihe zeigt Klassiker, die zumeist in den 1950er und 1960er Jahren entstanden sind. Angefangen mit dem Meisterwerk Ugetsu monogatari, das 1953 den Silbernen Löwen bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig gewann, dem Omnibus-Film Kaidan, der auf Geschichten des berühmten Literaten Lafcadio Hearn beruht bis hin zu Titeln, die auf Kabuki-Stücke zurückgehen, wird die breite Palette des Schaurig-Schönen deutlich.

 

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