Berlin: „Modulationen des Lächelns
 – Hommage auf Setsuko Hara“

Später Frühling

13 Filme mit Setsuko Hara zeigt das Berliner Arsenal im August, darunter auch Yasujiro Ozus SPÄTER FÜHLING (1949). Alle Bilder: Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.

Ihr Lächeln prägte das filmische Schaffen einer ganzen Generation: Setsuko Hara. Für mehr als 100 Filme stand die Schauspielerin, die letzten September im Alter von 95 Jahren verstarb, vor der Kamera. Ihre Arbeiten mit Yasujiro Ozu (DIE REISE NACH TOKYO), Akira Kurosawa (DER IDIOT) oder Mikio Naruse (SUDDEN RAIN) zählen heute zum klassischen Kanon der japanischen Filmgeschichte.

Setsuko Hara

Links: HERE’S TO THE GIRLS (Keisuke Kinoshita, 1949), rechts: THE BALL AT ANJO HOUSE (Kozaburo Yoshimura, 1947)

13 Filme der charismatischen Darstellerin zeigt das Arsenal in Berlin im August im Rahmen seiner Reihe „Modulation des Lächeln – Hommage auf Setsuko Hara“. Zu sehen sind Filme aus den 1930er- bis in die frühen 1960er-Jahre, darunter auch selten zu sehende Werke wie die deutsch-japanische Propaganda-Produktion TOCHTER DES SAMURAI von Arnold Fanck aus dem Jahr 1936.  Auf der arsenal-Website heißt es zur Filmreihe:

Ihr strahlendes Lächeln flutet ganze Szenen und unterwandert hin und wieder vorsichtig kokett und ironisch etwaige an sie gestellte Erwartungen. Zum beeindruckenden Spektrum ihres Lächelns zählen jedoch auch dessen dunklere Schattierungen: nämlich Haras feines, würdevoll-melancholisches Lächeln, mit dem sie Enttäuschungen auffängt, emotionale Untiefen überbrückt oder ernüchternde Lebenserkenntnisse flankiert. Hier verdichtet sich nicht nur ihr ausdrucksstarkes, gleichzeitig zurückgenommenes, immer präzises Spiel, sondern es blitzt für einen Moment die Essenz der Filme auf – oftmals sind es Alltagsstudien, Nachkriegsdramen, Geschichten, die um das Aufbrechen familiärer Strukturen kreisen oder um das Scheitern von Ehen. Immer wieder lotet sie in ihren Rollen den schmalen Grat zwischen gesellschaftlicher Erwartung und persönlicher Neigung im Japan der Nachkriegszeit aus und versucht, die Eigenständigkeit ihrer Figuren zu behaupten – nicht selten mit einem Lächeln.

„Modulation des Lächeln – Hommage auf Setsuko Hara“ läuft in der Zeit von Dienstag, 2. August, bis Mittwoch, 31. August. Die Reihe wird präsentiert mit Unterstützung des Japanischen Kulturinstituts (The Japan Foundation), des National Film Center des National Museum of Modern Art und von Shochiku Co. Eine Übersicht über das komplette Programm und weitere Infos zu den gezeigten Filmen gibt es auf der Veranstaltungsseite des Vereins.

via Midnight Eye

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