Im Gespräch mit Adam Torel

Adam Torel neu - Kopie

Wenn Adam Torel beginnt zu erzählen, haftet man an seinen Lippen: Der Brite lebt zwischen den Kulturen, ist in London und Tokio zu Hause und weiß mit klarer Kante über sein Leben im Filmgeschäft zu berichten. Mit THIRD WINDOW FILMS veröffentlicht Torel seit gut einem Jahrzehnt asiatisches Kino in Europa, in den vergangenen Jahren ist er zunehmend auch als Produzent in Erscheinung getreten. LOWLIFE LOVE ist seine erste komplett eigenverantwortliche Produktion. Am 18. August startet der Film in den deutschen Kinos. In Frankfurt sprach ich mich mit Adam Torel über die Zusammenarbeit mit Regisseur Eiji Uchida, über das kreative Marketing des Films und darüber, was es bedeutet, die komplette Kontrolle bei der Filmproduktion zu übernehmen. Teil 1 des großen Okaeri-Interviews.

Okaeri: Das Publikum bei der Nippon Connection war begeistert von LOWLIFE LOVE. Wie haben die Leute insgesamt bisher darauf reagiert?

Adam Torel: Wir zeigten den Film bereits beim Udine Festival und in Rotterdam. Ich mag das westliche Publikum – wenn es lustig ist, lachen die Zuschauer, wenn sie etwas nicht mögen, ist das an ihrer Reaktion sehr deutlich zu sehen. Und sie schreiben auch darüber und üben Kritik. Sie sprechen aus, ob sie einen Film mögen oder nicht – in Japan tun sie das nicht. Gerade mit einer schwarzen Komödie wie LOWLIFE LOVE ist das sehr schwierig. Es ist Teil des japanischen Bewusstseins, sich selbst zu fragen, ob man bei gewissen Szenen lachen sollte. In LOWLIFE LOVE gibt es viele Szenen mit schwarzem Humor. Ich mag schwarze Komödien, vor allem im Englischen funktioniert das gut. Aber Japaner lachen nicht so viel während eines Films, wie die Zuschauer im Westen. Es ist zudem keine reine Komödie, es gibt auch dramatische Momente. In Japan war der Film ein großer Erfolg, aber das lag vor allem am Marketing und Vertrieb.

Wie sah das aus?

Adam Torel: Wochenlang waren wir Tag für Tag im Kino. Damit möglichst viele Menschen den Film sehen, hatten wir jede Nacht ein besonderes Event und luden verschiedene Gäste ein. In japanischen Independent-Kinos ist das üblich. Es macht nichts, wenn du kein Geld hast, um den Film zu promoten, denn so spricht man in den Kinos darüber. Das Problem dabei:  Viele neigen dazu, immer dieselben Leute einzuladen, um sich mit ihnen zu unterhalten – dann kommen auch immer dieselben Besucher. Natürlich möchte ich, dass die Menschen, denen ein Film wie LOWLIFE LOVE gefällt auch ins Kino gehen, um ihn sich anzuschauen. Aber diese Leute kommen, weil sie Interesse daran haben. Damit dein Film größeren Erfolg hat, musst du an diejenigen herankommen, die ihn normalerweise nicht schauen würden. Deshalb hatten wir jeden Tag andere Gäste und veranstalteten Themenabende. An einem Abend hatten wir bekannte Comedians, einmal hatten wir eine bekannte Idol-Gruppe, ein anderes Mal Pornodarstellerinnen. So kamen viele verschiedene Leute und schauten den Film. LOWLIE LOVE war populär in Japan, aber du bekommst keine Reviews, keine Blogbeiträge. Die Leute schreiben nur gute Dinge, denn sie denken, es sei besser nichts zu sagen, wenn sie etwas schlecht finden. Der Film ist beim besten Willen nicht perfekt, deshalb möchte ich, dass die Leute es aussprechen, wenn er ihnen nicht gefällt und warum er ihnen nicht gefällt, damit ich daraus lernen kann, um es in meine nächsten Filme einfließen zu lassen. Aber Japaner tun das nicht. Du hast keine Reviews in Magazinen oder Zeitungen. Filme werden vorgestellt, aber sie kritisieren nicht.

Auf THIRD WINDOW FILMS hast du bereits GREATEFUL DEAD von Eiji Uchida veröffentlich. Warum fiel deine Entscheidung auf ihn, bei deiner ersten wirklich unabhängigen Produktion?

Adam Torel: Ich mag GREATFUL DEAD und ich mag originale Stories und Regisseure. In Japan gibt es nur sehr wenige originale Drehbücher, sehr viele basieren auf Manga und Anime, auch im Independent Bereich. Die Drehbücher sind dann schon neu, aber die Geschichten an sich wurden schon veröffentlicht. Uchida mag originale Skripte und die Zusammenarbeit mit ihm ist sehr einfach – sowohl auf menschlicher Ebene, aber auch als Filmemacher. Er ist sich dessen bewusst, dass man auch mit wenig Geld Wert auf eine hohe technische Qualität legen muss. Schlechte Qualität in der Technik ist ein großes Problem im japanischen Kino – für Schnitt, Kamera und die Aufnahme. Oft haben sie keine guten Kameras, wenn du digital filmst, muss es jedoch auf einem gewissen Level sein. Wir arbeiteten mit einer Red Dragon Camera und drehten den Film in Cinemascope, damit er besser aussieht, obwohl er super, super Low Budget ist. Ushida denkt an solche Dinge. Er hat auch große Ähnlichkeit zu Sion Sono, nicht als Person, aber in seinen Filmen: Außergewöhnliche Genremixe, viel Religion.

Dass der religiöse Aspekt so wichtig ist im Film, hatte mich überrascht.

Adam Torel: GREATFUL DEAD ist äußerst religiös, in LOWLIFE LOVE gibt es solche Aspekte. Im neuen Film, den Eiji Uchida gerade gedreht hat, geht es um Kult-Religionen. Aber er dreht keine Filme über Religion, er dreht solche mit religiösen Untertönen, weil er daran interessiert ist. Ich finde das sehr spannend, gerade weil japanische Filme das normal nicht haben. Uchida wurde in Brasilien geboren. Zehn Jahre seiner Kindheit verbrachte er in einem der religiösesten Länder der Welt, sodass er eine große Faszination für Religion empfindet, was es so im japanischen Kino nicht so häufig gibt. Bei Sion Sono gibt es das. Das ist auch eine Gemeinsamkeit innerhalb von THIRD WINDOW FILMS.

In einem Artikel bei Wildgrounds hast du kritische Gedanken über Vertrieb, das japanische Produktionssystem und die Politik der großen Festivals niedergeschrieben. Auch in LOWLIFE LOVE geht es um einen sehr speziellen Teil des Filmgeschäfts. Ich nehme an, das war kein Zufall?

Adam Torel: Eigentlich schon. Eiji Uchida ist ein sehr interessanter und ungewöhnlicher Regisseur, den ich auch als Mensch sehr schätze. Weil ich selbst aus dem Westen komme, wollte er ursprünglich einen Film in Amerika drehen, aber daran war ich nicht wirklich interessiert. Also sagte er, dass er noch eine andere Idee hätte und zwar wollte er einen ganz kleinen Film über die japanische Independent-Filmszene drehen. Das klang gut.

Adam Torel mit LOWLIFE LOVE-Hauptdarsteller Kiyohiko Shibukawa.

Adam Torel mit LOWLIFE LOVE-Hauptdarsteller Kiyohiko Shibukawa.

Aber die Dinge, an denen ich Kritik übe, haben nicht wirklich etwas mit diesem Film zu tun, denn er handelt von der Super-Independent-Szene in Japan. Auch die kritisiere ich häufig, aber nicht auf dieselbe öffentliche Weise, dass auch darüber geschrieben wurde. Ich kritisiere mehr das strukturelle System: Die Produzenten innerhalb des Film Committee Systems in Japan. Das unterscheidet sich leicht vom Film. Natürlich erlaubt er mir, Kritik an den schlechten Leuten in der Branche zu üben, aber das ist vielmehr die Entscheidung des Regisseurs. Ich wollte keinen Film mit einem Film Committee machen. Das ist die übliche Struktur der Filmproduktion in Japan, in der zahlreiche Unternehmen zusammen kommen, um einen Film zu verwirklichen. Ich wollte einen gänzlich unabhängigen Film produzieren, bei dem wir die komplette Kontrolle hatten und das tun konnten, was wir wollten. Eine andere Sache war in Japan kürzlich übrigens viel größer als die Geschichten bei Wildgrounds.

Und zwar?

Adam Torel: Es gibt eine News-Seite namens Sankei News, die in Japan sehr bekannt ist. Sie haben den Hauptdarsteller von LOWLIFE LOVE, Kiyohiko Shibukawa, interviewt. Bevor das Interview stattfand, saßen wir zusammen an einem Tisch und unterhielten uns. Das wurde aufgezeichnet und als Beitrag online gestellt. Ich habe einfach so über eine Menge Dinge gesprochen, über das Film Committee System, über zu geringe Bezahlung,… Es war keine Interviewsituation! Sankei unterscheidet sich von anderen News-Seiten, denn sie sexen ihre Stories auf, wie man es von den Murdoch-Medien kennt. So bekam der Bericht die Überschrift: „Englischer Filmproduzent sagt, japanische Filme sind scheiße (crap).“ Das wurde eine wirklich große Sache in Japan. Die Seite hat sehr viele Leser und dieser Artikel war der meist gelesene, der am häufigsten retweetete und der am meisten geteilte Artikel des gesamten Monats. Er wurde genauso häufig geteilt, wie die Meldung zum Kumamoto Erdbeben und in fünf Sprachen übersetzt. Im englischen Wurde dann daraus: „Englischer Produzent sagt, japanische Filme sind richtig scheiße (suck).“ Das kam alles durch den Film und es war letztlich sehr gute Publicity für ihn. Für mich bedeutete es jedoch eine Menge Stress, denn ich mag große Aufmerksamkeit in den Medien nicht so gerne.

Deine Rolle als Produzent hat sich über die Zeit entwickelt. Du hast LAND OF HOPE co-produziert, du warst hauptverantwortlicher Produzent bei der Co-Produktion HERR FUKU-CHAN VON NEBENAN und diesmal liegt die ganze Sache komplett in deinen Händen. Hast du das Gefühl jetzt an dem Punkt angekommen zu sein, den du erreichen wolltest oder planst du, diese Rolle noch weiter zu entwickeln?

Adam Torel: Die Rolle eines Produzenten kann man auf ganz unterschiedliche Weisen beschrieben, in den Credits gibt es viele verschiedene Arten von Produzenten – Associate Producers, Co-Produzenten. Manche Leute haben ausschließlich Geld in einen Film investiert, aber ansonsten nichts damit zu tun. Auch bei LOWLIFE LOVE gibt es zahlreiche solcher Associate Producers. Auf diese Weise finanzierst du einen Film, das ist ein ganz üblicher Weg Geld zu sammeln. Auch über Crowdfunding, wenn die Leute durch einen gewissen Betrag zum Produzenten des Films werden können. Bei meinen früheren Filmen ging es um etwas anderes. Bei LAND OF HOPE war ich Teil des Film Committee Systems, bei täglichen Meetings. Ich mag es jedoch, die Kontrolle zu haben. Wenn in einer Situation etwas schief läuft, kann man sehr schnell eine Entscheidung treffen. In Japan kann niemand etwas schnell entscheiden. Wenn dein Boss dagegen ist, kannst du überhaupt nichts entscheiden. Selbst wenn du tägliche Meetings hast, schicken die Teilnehmer die Angelegenheiten zurück zur Firma, sie fragen ihren Boss, der fragt seinen. Das macht es fast unmöglich, etwas zu klären.

Jetzt liegt die volle Verantwortung bei dir.

Adam Torel: Ich habe jetzt einen Punkt erreicht, in dem ich die 100-prozentige Kontrolle habe. Das bedeutet aber auch, dass ich mehr Arbeit habe – in fast allen Bereichen. Ich habe das gesamte Geld beschafft,  war bei den Castings und jeden Tag am Set. Ich habe das Making-of gedreht, Website und Poster designt, habe geholfen die Untertitel zu erstellen und die digitalen Kopien erstellt – jeder einzelne Aspekt. Den Vertrieb inbegriffen, war ich jeden Tag im Kino und habe jeden einzelnen Zuschauer jeder einzelnen Vorführung getroffen. Das waren Tausende. Das macht extrem müde. In Tokio luden wir jeden Abend Gäste ein. Es waren aber Late-Night-Screenings, und nach der Vorführung wollten alle noch etwas Trinken gehen. Ich ging also jeden Abend raus, zeigte den Film, schüttelte Hände bevor es losging, organisierte die Vorführung, kümmerte mich um die Gäste und führte die Gespräche mit ihnen, ging bis Morgens etwas Trinken. Und das jeden Tag. Am letzten Tag musste der Regisseur sogar ins Krankenhaus. Jeden Tag trinken, schlechte Mahlzeiten… Ich hatte monatelang keine anständige Mahlzeit sondern ernährte mich von Bentos und Snacks, weil ich jeden Tag nur ein paar Minuten Zeit hatte. Das ist richtig schlecht für deinen Körper – aber es sichert dir die volle Kontrolle. Ich weiß nicht, ob ich nochmal zurück könnte, nochmal Teil eines Systems sein, in dem ich 20 Leute fragen muss, die dann mit ihren Bossen reden, um eine Entscheidung zu fällen. Dorthin kann ich nicht zurück. Gleichzeitig ist es aber sehr stramm.

Einerseits können wir sehr froh sein, dass du deinen Weg durchgezogen hast und wir uns heute LOWLIFE LOVE anschauen können. Andererseits wissen wir aber auch, dass du einen großen Teil deiner Plattensammlung verkaufen musstest. Das schmerzt sicher immer noch sehr?

Adam Torel: Für den nächsten Film muss ich sogar noch mehr verkaufen. Das schlimmste daran ist: Ich habe mein Leben damit verbracht, diese seltenen Platten zu sammeln. Am ärgerlichsten ist nicht einmal, sie nun verkaufen zu müssen, sondern sie sehr schnell und deshalb sehr billig verkaufen zu müssen. Natürlich war das viel Geld, aber manche Platten die ich verkauft habe, habe ich später zum doppelten, dreifachen des Preises entdeckt. Hätte ich die Zeit gehabt, hätte ich sie selbst auch zu diesen Preisen verkaufen können. Ich hätte auch mit Crowdfunding mehr Geld sammeln können, wenn ich die Zeit gehabt hätte, aber alles war Last-Minute. Um beim Crowdfunding schnell Geld zusammen zu bekommen, musste ich die Angebote sehr niedrig ansetzen – DVD- und BluRay-Sets mit Autogrammen der Crew für 25 Pfund zum Beispiel. Für die Leute wird es dadurch leichter, schnell Geld zu investieren, aber im Anschluss bringt das viel Arbeit mit sich: Die DVDs musste ich nach Deutschland schicken, die Hüllen schickte ich nach Italien, wo der Regisseur und der Crew gerade waren, um sie dort signieren zu lassen. Im Anschluss wurden sie ebenfalls nach Deutschland geschickt, wo die DVDs verpackt dann wurden. Danach gingen sie wieder nach England. Ein hoher Aufwand für ein paar 20 Pfund. Daher hätte ich es eigentlich gerne etwas teurer gemacht, mit weniger Leuten. Das Crowdfunding und der Plattenverkauf waren wirklich schwierig für mich und sind es immer noch. Das mit den Platten ist kein Weltuntergang, es ist ja nur Plastik. Aber dann wiederum sind es doch viele Dinge, die man für andere tut. In letzter Zeit werde ich manchmal müde und frage mich, warum ich das tue. Geld bekomme ich nicht wirklich dafür. Die Einnahmen aus diesem Film fließen direkt in den nächsten. Das bedeutet auch: Zwei Jahre arbeiten, alles verkaufen und das für nichts. Natürlich ist da etwas –wir haben den Film. Bloß kann man nicht nur idealistisch sein, wenn man Rechnungen zu bezahlen hat. Deshalb muss ich auch solche Titel auf THIRD WINDOW FILMS veröffentlichen, die sich besser verkaufen lassen.

Eine vielleicht offensichtliche, wenn auch nicht ganz ernst gemeinte Frage: Wie viele Ohrfeigen hast du bei deiner Arbeit als Produzent bekommen – so wie es im Film zu sehen ist?

Adam Torel: (lacht) Das ist tatsächlich ein großes Problem des Films. Ich habe eine japanisches Denkweise, ich lebe in Japan und schaue dort japanische Filme. So neigt man dazu, zu vergessen, dass Japan zwar in vielen Dingen ein sehr fortschrittliches Land ist, zugleich aber auch ein sehr klassisches. Ich würde sagen, Japan ist wie Amerika in den 50ern. Männer denken, sie dürfen nicht weinen, müssen hart arbeiten und ihre Gefühle unter Verschluss halten; Frauen bleiben zu Hause und kümmern sich um die Kinder, überall wird geraucht. Dass Frauen die Ohrfeigen bekommen, wird nicht als große Sache wahrgenommen – im Westen dagegen natürlich schon. Am Set wurde vieles improvisiert, die Ohrfeigen standen nicht im Drehbuch. Niemand dachte bewusst darüber nach, dass es aus westlicher Sicht ein Problem werden könnte, auch ich selbst nicht, da ich gleichzeitig das Making-Of des Films drehte und sehr darauf fokussiert war. Als der Film dann auf Festivals gezeigt wurde, bekam ich dafür viel schlechtes Feedback. Ich habe gehört, dass das selbe auch mit 100 YEN LOVE passiert ist, in dem es eine Vergewaltigungsszene gibt. Darüber habe ich mich mit Regisseur Masahura Take unterhalten. In westlichen Filmen muss jeder, der Frauen schlägt oder vergewaltigt, am Ende der bad guy sein, der Vergeltung erlebt. Aber so ist das nicht in LOWLIFE LOVE und auch nicht in 100 YEN LOVE. Deshalb haben die Leute im Westen Probleme damit und das ist auch der Grund, warum ich das Publikum vor dem Film immer warne. Wenn es Gewalt gegen Frauen gibt, muss die auch auf seriöse Weise erfolgen. Aber hier ist es wie in einem Comedy-Film, bloß dass es in dem Moment, wenn diese Szenen ablaufen, keine Comedy ist. Der Ton ändert sich. Solche Dinge passieren aber nicht wirklich. Der Film basiert auf vielen wahren Begebenheiten und man hört auch immer wieder von schlimmeren Fällen. Aber die Ohrfeigen, das gibt es so nicht. Vielleicht gab es das in den 70ern in Japan. Deshalb weiß ich nicht, warum es in den Film kam. Ich hätte mir gewünscht, dass es nicht so wäre, aber es ist drin. Jetzt müssen wir damit leben und sagen, dass es Lowlifes und wirklich schlechte Menschen sind und deshalb auch schlechte Dinge tun. Niemand schlägt am Filmset jemanden.

Es gibt eine einprägsame und sehr emotionale Szene im Film. Als Tetsuo (Kiyohiko Shibukawa) einmal aus einer Toilette herauskommt und Minami (Maya Okano) reingeht, dreht er sich plötzlich um und geht zurück. Das ist verdammt komisch im ersten Moment, doch dann kippt die Stimmung plötzlich radikal.

Adam Torel: Für viele ist das die problematischste Szene von allen. Ich weiß nicht warum, ich verstehe es nicht – vielleicht bin ich in diesem Aspekt zu Japanisch und nicht sensibel genug. Viele Frauen sagten: Das ist Vergewaltigung. Die Balance einer Szene wie dieser ist möglicherweise ein stückweit zu extrem für manche Zuschauer. Es ist sehr schmerzhaft und dennoch weiß ich nicht, ob man es Vergewaltigung nennen kann. Deshalb sagen wir vor dem Film immer: Das sind böse Menschen, die schlimme Dinge tun – sorry. (lacht)

Interview, Übersetzung und Fotos: Sascha Schmidt

Mehr erfahren:
Lowlife Love: Filmbesprechung
Nippon Connection auf Okaeri
Advertisements

Ein Gedanke zu “Im Gespräch mit Adam Torel

  1. Pingback: Filmforum Bremen » Das Bloggen der Anderen (15-08-16)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s